...AN ANDEREN ORTEN UND IN NEUEN FORMATEN

 

Dieses Beispiel der katechetischen Erschließung ist eine Anregung aus der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung im Rahmen einer Lektorenschulung, wobei es u. a. um den Aufbau des Gottesdienstes anhand von Gegenständen, die in der Liturgie Verwendung finden, und die dazugehörigen Lieder ging. Dieses Format kann aber durchaus in anderen Zielgruppen und Zusammenhängen eingesetzt und auch weiterentwickelt werden.

Anmerkungen zum äußeren Rahmen:

Raumgestaltung: Raum mit ausreichend Platz am Boden
Anzahl der TeilnehmerInnen: 10 - 20
Dauer: 20 - 30 Minuten (je nach Länge der zusätzlichen Erläuterungen)
Materialien sind bereitzuhalten: Karten, Gegenstände (Symbole), Lied-Karten (oder Blätter) ...

Den Baustein können Sie als Word-Dokument herunterladen.

 

Grundlegende Gedanken:

Für die inhaltliche Gestaltung der einzelnen Stationen des Pilgerweges werden nicht die "klassischen" leiblichen und die "klassischen" geistlichen Werke der Barmherzigkeit (siehe Bibeltext Mt 25,31-40) herangezogen, sondern die sogenannten "Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute", die im Rahmen des diözesanen Elisabeth-Jahres im Bistum Erfurt 2007 dort formuliert und vom damaligen Bischof Joachim Wanke in seiner Eröffnungsansprache des Elisabeth-Jahres aufgegriffen wurden.

Vor allem in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten können die folgenden Stationen, die sich an diese Predigt von Bischof Wanke anlehnen, dazu anregen, einen Emmaus-Gang, aber auch Bittgänge, Prozessionen, Wallfahrten und Pilgerwege zu gestalten und zu gehen.

Selbstverständlich müssen nicht alle sieben Stationen für die eigene Gestaltung eines Weges der Barmherzigkeit Verwendung finden.

Damit das Gehörte nachklingen kann im Weitergehen zwischen den einzelnen Stationen, ist es gut, immer wieder auch Wegabschnitte im Schweigen zu gehen, hinzuführen und einzuladen zu Stille und Betrachtung.

Schließlich sei noch darauf hingewiesen: ein Pilgerweg der Barmherzigkeit lässt sich sowohl auf dem Land wie auch in städtischer Umgebung durchführen (z. B. Weg der Hoffnung mit 7 Stationen zum Thema "Barmherzigkeit" im Münchener Norden, entstanden anlässlich des Ökumenischen Kirchentags im Mai 2010).

Sehr inspirierend und authentisch kann es auch sein, bewusst Orte und Räumlichkeiten für die einzelnen Stationen auszuwählen, die zur jeweiligen Thematik passen und die Vorschläge entsprechend anzupassen: z. B. Seniorenwohnheim, Eltern-Kind-Gruppen, Flüchtlingsunterkunft, Einrichtung für Menschen mit Behinderung ...

Die konkrete Verlaufsplanung des ausgearbeiteten Pilgerweges ist auf Anfrage erhältlich über den FB Katechese und Evangelisierung im EOM bei Helene Aumer haumer(at)eomuc.de

 

Im Rahmen liturgischer Feiern kann auch die Botschaft eines Liedes zum thematischen Ausgangspunkt für die katechetische Erschließung aufgegriffen werden in Verbindung mit Atem-, Stimm- und Körperübungen.

Hier werden ganz bewusst die spirituellen, gemeinschaftsfördernden und heilsamen Dimensionen von Musik ermöglicht und in Verbindung gesetzt mit den katechetischen Impulsen:

• Im Singen und Tönen durchströmt den Menschen der Atem, der Lebensatem versetzt in Schwingung.

• Über die Stimme wird die Stimmung und Persönlichkeit eines Menschen erfahrbar. Wer tief berührt ist im Herzen, möchte diese Erfahrung und dieses Erleben ausdrücken mit allem, was ihn ausmacht.

• In der Musik wird eine Ganzheitserfahrung ermöglicht: innere und äußere Welt durchdringen sich in einer Erfahrung der Einheit von Körper, Geist und Seele.

• Musik bringt den Menschen mit Leib, Seele und Geist zu sich selbst, aber auch über sich hinaus im menschlichen Miteinander beim Musizieren und Hören und schließlich auch in spiritueller Hinsicht auf den Weg der Begegnung mit Gott.

Anmerkungen zum äußeren Rahmen:

Ort: gottesdienstlicher Raum bzw. Gruppenraum/Pfarrsaal mit ausreichend Bewegungsfreiheit
Raumgestaltung: möglichst Stühle im Kreis/Halbkreis
Anzahl der TeilnehmerInnen: unbegrenzt
Dauer: 30 Minuten
Struktur des Ablaufs:
   1.  Begrüßung - Einführung - Liedvers
   2.  Wahrnehmungsübungen zum Ankommen
   3.  Lied
   4.  Einführende Gedanken zum Lied
   5.  Lied-Teilen in Form von Bibel-Teilen
   6.  Stille
   7.  Singen des ganzen Liedes
   8.  Lob - Dank - Bitte
   9.  Vater unser
 10.  Segen - Abschluss

Zum Download: Beispiel eines Morgenimpulses zum Lied "Das Jahr steht auf der Höhe" (Gl 465)

 

"Singende Quelle" mit biblischen und geistlichen Impulsen und Gesängen
- Beschreibung der Veranstaltung:

Zielsetzung:
Gerade in Hinblick auf die Verbindung von Musik und Spiritualität sind viele Menschen, auch der Kirche Fernstehende, durchaus aufgeschlossen für spirituell-katechetische Angebote, die Musik und Gesang miteinbeziehen.
Unter der Leitgedanken "Singende Quelle" wird in einer fortlaufenden Abendreihe für Erwachsene eingeladen zu Besinnung, zur Begegnung mit Gott in Stille, Wort und Musik und zu Austausch und Gebet.
Im Mittelpunkt steht jeweils ein thematischer Akzent, der sich aus dem Kontext eines Liedes entwickelt und sich in verschiedenen Facetten entfaltet, die vor allem Erwachsene, die suchen und fragen, die Sehnsucht nach "Mehr" haben, ansprechen können.
Es handelt sich hierbei um ein Format, das ausgehend von einem Lied bzw. thematischen Akzent aus dem Bereich der Spiritualität eigene Erfahrungsräume eröffnen möchte, durchaus aber auch Raum gibt für Fragen und Austausch, Vertiefung im Leben aus dem Glauben anregen möchte und auch katechetische Erschließung im Blick hat.

Ort:
Gruppenzimmer im Pfarrheim, Pfarrsaal oder auch Kapelle in der Kirche; in jedem Fall ein Raum mit Bewegungsmöglichkeit

Raumgestaltung:
Stühle im Kreis; evtl. Gestaltung der Mitte mit Bezug zum Thema; evtl. Klavier, Gitarre zur Begleitung

Anzahl der TeilnehmerInnen: 10 - 20

Dauer: 90 Minuten

Struktur des Ablaufs (in den Grundzügen gleichbleibend):
1. Begrüßung - Einführung mit einem Impuls
2. Körper-, Atem-, Stimmübungen oder Körperübung und - wahrnehmung
3. Singen, Besinnung und Austausch zum Lied
4. Zeit der Stille
5. Gemeinsamer Abschluss des Abends: Singen, Gebet, Segen


Zu folgenden Liedern können beim Fachbereich Katechese und Evangelisierung ausgearbeitete Modelle angefordert werden: HAumer(at)eomuc.de

- All meine Quellen entspringen in dir
- Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen
- Alles, was atmet, lobe den Herrn

Buchempfehlungen:
Meinrad Walter:  Sing, bet und geh auf Gottes Wegen. 40 neue und bekannte geistliche Lieder erschlossen,
Herder 2013
Meinrad Walter:  Ich lobe meinen Gott. 40 Gotteslob-Lieder vorgestellt und erschlossen, Herder 2015

 

Wir kennen es alle: Entweder hängen wir in Gedanken in der Vergangenheit oder wir träumen von der Zukunft. Mit der Gegenwart aber sind wir am wenigsten vertraut. Und genau in dieses recht unbekannte Terrain will uns das neue Franziskusprojekt führen: Eine Stunde Gegenwart. Und zwar immer donnerstags um vier.
Denn:
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist der, der Dir gerade gegenüber sitzt.
Das Notwendigste ist immer die Liebe.
Die Aktion donnerstags um vier des Franziskusprojekts liefert uns keine fertigen Rezepte, was wir tun können oder sollen.
Sie möchte uns ermutigen, bewusst wahrzunehmen und der Kreativität unseres Herzens zu vertrauen. Sie möchte uns daran erinnern, dass wir alle füreinander Nächste sind, ob wir es nun wollen oder nicht. Und weil wir wissen, dass diese Haltung Kraft kostet, wollen wir es Woche für Woche erstmal nur eine Stunde lang üben.

Alle Infos auf:

http://www.donnerstagsumvier.de/

 

Ein Beispiel für katechetisches Handeln an einem anderen Ort ist das missionarische Franziskus-Projekt im PV Laim. Haupt- und Ehrenamtliche wollten bewusst die kirchlichen Räume verlassen und haben sich mit dem Gottesnamen „Ich bin Da“ in säkulare Räume begeben.

 

 

Ab Sommer 2015 gab es dazu Vorgesprächen mit dem Gewerbeverband Olching, der als Ansprechpartner fungierte. Wie die Kirchen, das wurde bei einem ersten Treffen mit Vertretern des Gewerbeverbands deutlich, verstehen sich die Geschäftsinhaber als Dienstleister.
Sieben Mal brachten mit dieser ökumenischen Aktion die SeelsorgerInnen ihre Dienstleistung in die Geschäfte zu den Menschen. Anknüpfungspunkt der Treffen war dabei das jeweilige Warenangebot des Geschäfts: So ging es in einem Getränkemarkt um Getränke zu biblischer Zeit, bei einem Optiker um ein tieferes Sehen …

Geistliche Impulse, Geschichten und Live-Musik unterschiedlichster Stilrichtungen - von Zither-, bis zu ruhiger Rockmusik - brachten Wesentliches zum Aufleuchten und es gelang, dem Alltag Tiefe zu geben. Dies konnte man in den anschließenden Gesprächen bei Gebäck und warmen Getränken spüren.

Mit Plakaten und einer Einladung an die Stammkunden hatten die Geschäftsleute auf die Aufleuchten-Treffen aufmerksam gemacht. Zwischen 15 und 25 Personen nahmen an den jeweiligen Treffen teil, 2/3 davon aus kirchlichem Umfeld, das restliche 1/3 aus dem Kundenkreis der Geschäfte.

Wie es mit dem „Aufleuchten“ weitergeht, ist noch offen; die Aktion soll auch evaluiert werden. Doch hat der Gewerbeverband Olching bereits sein Interesse an einer Weiterführung im Advent 2016 signalisiert.

 

 

- Offene Kirche ist ein Angebot im Kirchenraum, das Menschen jeden Alters aus allen Milieus ansprechen will. Jeder und Jede kann innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach eigenem Belieben kommen und gehen.

- Im Kirchenraum verteilt sind verschiedene Stationen, die das jeweilige gewählte Thema der Veranstaltung aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nehmen. An jeder Station laden Sitzplätze zum Verweilen ein.

- An allen Stationen liegen Texte aus: ein Bibeltext, ein einführender Gedanke, ein bis zwei lyrische oder poetische Texte, eine moderne Erzählung, ein meditativer, geistlicher Text.

- Der Inhalt soll auf mehreren Ebenen erfahrbar und mit allen Sinnen erlebbar gemacht werden. Deshalb gibt es immer einen Impuls, der zu einer Aktion, einem Ritual, zum Anhören eines Musikstücks oder Ähnlichem anleitet.

- Neben den Texten und dem Handlungsimpuls wird das Thema durch die Gestaltung der Station selbst visualisiert. Es soll eine angenehme Atmosphäre entstehen, damit sich die Besucher wohlfühlen und gerne an den einzelnen Stationen aufhalten.  Die vorgegebene Ästhetik des Raumes ist achtsam einzubeziehen.

- Es können eigens für Kinder formulierte Impulse und Aktionen angeboten werden.

- Dezente Musik im Hintergrund erleichtert es, sich frei im Kirchenraum von Station zu Station zu bewegen.

- Im Eingangsbereich wird zur Einstimmung ein Text mit dem Leitgedanken angeboten, sowie ein Plan, auf dem die Stationen im Kirchenraum ersichtlich sind.

- Während der gesamten Zeit stehen SeelsorgerInnen bzw. AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

- In der Regel gibt es ein „Give away“, das an das Thema erinnert. Dieses kann auch während der Offenen Kirche entstehen.

- Von außen sollte gut sichtbar sein, dass die Aktion stattfindet. Idealerweise sind die Türen offen und der Eingang einladend gestaltet. Auch ein Aufsteller ist möglich.

- Gut geeignet sind Tage, an denen viele Menschen unterwegs sind: z.B. Marktsonntag, Christkindlmarkt oder Stadtfest.

(nach Maria Rößner)

 

Unter der Überschrift „Schauen und Glauben“ laden Kaplan Thomas Neuberger (Stadtkirche Geretsried) und Diakon Walter Herholz (PV Egling) seit September 2015 Kunst- und Kulturinteressierte ein, mit ihnen in Museen Kunstwerke auf ihre Glaubensbotschaft hin zu befragen. Daher ist nach Erläuterungen zum Kunstwerk vor allem die gemeinsame Diskussion zu den im Bild enthaltenen Glaubensthemen wichtig. So setzte man sich bisher in der Pinakothek der Moderne mit Emil Noldes „Der Tanz um das goldene Kalb“ auseinander, in der Alten Pinakothek mit dem Rubensgemälde „Das Große Jüngste Gericht“.

 

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