...IM LEBENSLAUF RUND UM DIE SAKRAMENTE

Für Christen ist im Grunde das ganze menschliche Leben eine „Offenbarung Gottes“; d.h. in jeder Lebensphase liebt Gott den Menschen, zeigt er sich, lässt er seine Spuren finden. Nicht zuletzt deshalb hat die Kirche an Knotenpunkten des Lebens ein Sakrament gesetzt:

Am Beginn des Lebens steht bei der TAUFE die Zusage, dass dieser Mensch von Gott geliebt und gewollt ist, dass ihm eine tiefe Beziehung zu Jesus Christus geschenkt ist und dass er in der Gemeinschaft der Kirche eine geistige und soziale Heimat findet.

Auf dem Weg des reifenden Gewissens und der Kommunikationsfähigkeit werden ihm in der BEICHTE und der EUCHARISTIE Orte der Versöhnung, des Erbarmens und der Gemeinschaft eröffnet.

Im Übergang zum Erwachsenenalter erhält der Mensch in der FIRMUNG jene Stärkung durch den Hl. Geist, die ihn zu einem geist- und sinnerfüllten Leben ruft.

Die Sakramente EHE und WEIHE rufen die Erwachsenen in die Verantwortung, beim Aufbau einer geistigen und gerechten Welt mitzuarbeiten.

Wenn der menschliche Leib schwächer wird, wenn Krankheit und Tod drohen, schenkt die KRANKENSALBUNG Trost und Hoffnung.

Aber nicht nur an diesen Knoten- und Übergangspunkten im Lebenslauf wollen katechetische Angebote das Dasein Gottes in Erinnerung rufen und feiern.

 

Kinderbibeltage wollen Kinder hineinführen in die heilbringenden Erfahrungen des Volkes mit Gott und ihnen zugleich aufzeigen, wie sich in den Erzählungen ihr eigenes Leben spiegelt.

Dabei setzen sich die Kinder spielerisch und mit allen Sinnen mit biblischen Geschichten auseinander, vermitteln wichtige Glaubensinhalte, machen Gemeinschaft erfahrbar und setzen auch liturgisch-spirituelle Akzente.

Das vorliegende Konzept vom „Milch- und Honigland“ gewinnt seine große Aktualität durch die Flüchtlingssituation in unserem Land.

„Milch- und Honigland“ klingt verheißungsvoll, aber es ist kein Schlaraffenland; es ist nicht das Paradies – es ist auch nicht das „Heilige Land“. Später erst wird es dem Gottesvolk heilig sein; Israel wird seinen Glauben an dieses Land binden.

Milch und Honig sind Früchte des Landes und der menschlichen Arbeit. Auch das Land der Verheißung will kultiviert sein. Die Milch gehörte im Alten Orient zu den Grundnahrungsmitteln und wird in der Bibel manchmal sogar dem Wein gleichgesetzt. Der Honig wurde wahrscheinlich nicht aus dem Blütensirup der Bienen gewonnen, sondern aus süßen Datteln.

 

In der Firmvorbereitung wurden in den letzten Jahren zunehmend Konzepte entwickelt, die auf Erfahrung und soziale Praktika der Firmlinge setzen.

Firmung lässt sich als „Sakrament der Stärkung durch den Hl. Geist“ verstehen, der zum lebendigen Glaubenszeugnis befähigt. Firmkatechese soll also auch Erfahrungsfelder eröffnen, in denen nicht nur das Zeugnis im Wort, sondern auch das Zeugnis in der Tat eingeübt werden kann. Sie will jungen Menschen dazu verhelfen, dass sie sich vom Leid anderer Menschen anrühren lassen, damit sie – vielleicht – selber den christlichen Glauben als anrührend, sinnstiftend und motivierend entdecken.

Erlebte Diakonie/Caritas kann als Quelle des Glaubens katechetisch gedeutet und vertieft werden, insofern als das diakonische Handeln Ort der Gottesbegegnung ist (vgl. Mt 25,34ff): „denn ich war hungrig, durstig, fremd, obdachlos, nackt, krank, im Gefängnis… - und IHR habt mir geholfen…“ – kurz: In den Armen/Bedürftigen begegnet mir Gott selbst.

Es geht dabei um die Erfahrung der „Compassion“, der Anteilnahme an fremdem Leid, die zu sozialem Engagement hinführen soll.

Der dargestellte Projekttag in Miesbach, ein Kooperationsprojekt von Caritas, Jugendstelle und Pfarreien hat genau dieses Ziel.

 

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